Einen Beweis für die Perfektion, die im amerikanischen Filmgeschäft üblich ist,
bekam ich noch vor Beginn der Dreharbeiten zu »General Patton«.
Aus London wurde ich angerufen: »Mr. Rauch, wann dürfen wir Sie zur Anprobe Ihrer Uniform erwarten? « Ein bisschen übertrieben fand ich das schon, denn in München gibt es einen riesigen Fundus mit Uniformen des Dritten Reichs,dort hätte ich leicht das Passende gefunden.
Die XX. Century Fox wollte jedoch ganz sicher gehen, dass die Uniform exakt den Vorstellungen Schaffners entsprach.
Das Ticket kam, ich flog nach London, und auf dem Flughafen Heathrow erwartete mich ein riesiger Bentley mit Chauffeur:
»Zu Ihrer Verfügung, Sir, solange Sie in London sind.«
Ich hatte nicht die Absicht, über Nacht zu bleiben und ließ mich gleich zum Büro
der »Fox« fahren. »Wir hoffen, Sie sind gut untergebracht im Cariton Tower, Mr. Rauch. «
Zweifellos kann man in einem Luxushotel dieser Güte gar nicht anders als gut untergebracht sein. - Ich erkundigte mich einigermaßen kleinlaut: »Wird die Anprobe denn so lange dauern? « »Vermutlich nicht. Aber wollen Sie denn nicht ein, zwei Tage bleiben - wenn Sie schon in London sind? « Ich blieb. Man erkundigte sich nach meinen Wünschen, besorgte mir eine der raren Theaterkarten (fürs Haymarket Theatre an Piccadilly Circus), kümmerte sich um meinen Lunch und mein Dinner.
Zwischendurch war tatsächlich Zeit, die Uniform anzuprobieren. Sie saß beinahe makellos.
Am nächsten Vormittag suchte ich meinen Londoner Agenten auf.
Es hatte sich bereits herumgesprochen, dass ich die Rolle in »General Patton« spielte, und mit einem mal schien ich für Leute interessant zu sein, die noch ein paar Tage zuvor Mühe gehabt hätten, meinen Namen zu buchstabieren. Mein Agent bestand darauf, dass ich hier und da und dort Höflichkeitsbesuche machte.
Ich hätte leicht noch ein paar Tage bleiben und auf ziemlich angenehme Art verbringen können. Aber ich wollte nach Hause.
Mein Entschluss kam offenbar für alle, die sich zuständig fühlten, so überraschend, dass es einigen Trouble gab. Die letzte Maschine zum Kontinent war überbucht, ich sollte auf die Warteliste. Ein Reisebüro-Manager sicherte mir dann doch noch ein Ticket, und als ich endlich nach Heathrow aufbrach, kam er selbst mit, dazu ein Mann von der »Fox« und der Chauffeur.
Da standen sie dann alle und harrten aus, bis ich im Flugzeug saß.
Das alles für zwei lächerliche Abnäher in einer Uniform
Dass ich nicht länger in London blieb, hatte übrigens nichts mit der englischen Küche zu tun.
In der Hauptstadt ist man ja glücklicherweise nicht darauf angewiesen. In der Provinz sieht es schon anders aus, vor allem im Hinblick auf die Vielseitigkeit. Ich erinnere mich mit Schaudern an zwei Wochen East-Anglia. Es gab Fish and Chips, Chicken and Chips and Chips ... and Chips ... and Chips
Monatelang wurde mir an jeder Frittenbude übel, an der ich zufällig vorüberkam.














